Ein Dickhäuter im Hamsterrad der Geschichte

Alles dreht sich, alles bewegt sich: Jan Bosse inszeniert Georg Büchners Revolutionsdrama "Dantons Tod" im Burgtheater

Theaterkritik: Wolfgang Kralicek | Feuilleton | aus FALTER 44/14 vom 29.10.2014

Dass das Burgtheater sparen muss, sieht man dieser Produktion nicht an. Stéphane Laimés Bühnenbild ist nicht nur ziemlich üppig ausgefallen, es ist auch ununterbrochen in Bewegung. Allein die Stromkosten müssen enorm sein.

In Georg Büchners Revolutionsdrama "Dantons Tod" spielt der ins Burg-Ensemble zurückgekehrte Joachim Meyerhoff die Hauptrolle. Protagonist von Jan Bosses Inszenierung aber ist das Bühnenbild. "Haben Sie das neue Stück gesehen? Ein babylonischer Turm! Ein Gewirr von Gewölben, Treppchen, Gängen, und das alles so leicht und kühn in die Luft gesprengt." Dieses Zitat aus dem Stück hat das Leading Team offenbar sehr wörtlich genommen.

Alles dreht sich, alles bewegt sich. Die Bühne ist ein großes Holzgerüst mit vielen Räumen und Ebenen. Es gibt ein Bordell, ein Bad und viele andere Zimmer, darunter - besonders hübsch - ein Magazin für von der Revolution konfiszierte Kruzifixe.

Büchner stellt dem historischen Richtungsstreit zwischen Danton und Robespierre -

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