Prost!

Ein großartiger Eistee, dem der gebührende Ernst fehlt

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Sol Mate

Stadtleben | MS | aus FALTER 45/14 vom 05.11.2014

Der Konsum von Mate-Tee zählte wohl zu den eigenartigeren Erfahrungen in der Adoleszenz. Als in hippiesker Manier an der Bombilla aus der Kalebasse gesogen wurde, kam einem der grässlichste Geschmack an den Gaumen, den man sich bis dato auszudenken vermochte. Das südamerikanische Flair stand im krassen Gegensatz zum Geschmack und der wiederum zur Wirkung, die man als "lang andauernd belebend" beschreiben könnte.

Der Tee wird aus den Blättern des Matebaums gewonnen, der zu den Gewächsen der Stechpalme zählt und nichts mit dem Mate de Coca gemein hat. Die gerösteten und gemahlenen Blätter ergeben einen appetitzügelnden Tee, und man muss schon eine Affinität zu teezeremoniellen Attitüden haben, um dem Ganzen etwas abgewinnen zu können. Sehr viel angenehmer ist Mate als Limonade. Die in Luxemburg ansässige Firma Sol Mate AG macht aus dem Extrakt des Matebaums ein eisteeartiges Getränk, das man als interessant bezeichnen kann. Sol Mate bietet drei verschiedene Produkte an: Original, Zitrone und Cola, wobei Letzteres redundant erscheint. Das Verhältnis von Kohlensäure, Rohrzucker und Zitrone ist perfekt aufeinander abgestimmt und hernach kommt ein rauchiges Wesen daher, das dem Ganzen eine herb-smarte Erscheinung verleiht. Schade ist nur, dass sich das Produkt nicht ernst nimmt. Die Glasflache mit bunt beschrifteter Plastikhülle biedert sich an, um jene Sehnsüchte für sich zu gewinnen, die unter die Kategorie "Exotik" fallen.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige