Nachgesehen

Einen Toten kann man nicht einsperren: Kärnten gedenkt Haiders

Ein Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Politik | aus FALTER 45/14 vom 05.11.2014

Werner Schmidt, Ex-Chef der Bayerischen Landesbank, hat vergangene Woche gestanden, dass er Jörg Haider mit 2,5 Millionen Euro bestochen hat. Das Geld sei angeblich in einen maroden Kärntner Fußballverein geflossen.

Dieser Korruptionsfall ist nur einer von vielen, die nach dem Tod des ehemaligen Kärntner Landeshauptmanns bekannt geworden sind. Strafrechtler sind sich mittlerweile weitgehend einig, dass Haider, lebte er noch, mit einer Gefängnisstrafe rechnen müsste.

Am toten Haider perlt das ab. Mehr noch, sein Nimbus des unbesiegbaren Ausnahmepolitikers ist in Kärnten vielerorts ungebrochen; wie etwa zu sehen an seiner Todesstelle in Lambichl, die zu einem immer größeren Gedenkort wird.

Die vielen Skandale und Affären, die Geständnisse und Gerichtsurteile, sie kommen nicht an gegen den Herzenswunsch vieler Kärntner, in Haider weiterhin einen politischen Messias sehen zu dürfen.


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