Die Opfer des süßen Rausches

Warum Drogenexperte Wilhelm Burian seine Meinung über die Gefahr von Cannabis änderte

Politik | Interview: Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 45/14 vom 05.11.2014

Bis 2008 leitete der Psychiater und Psychoanalytiker Wilhelm Burian die Drogenabteilung in Europas größter Suchtklinik, dem Anton-Proksch-Institut Wien. 1982 gab er mit der Soziologin Irmgard Eisenbach-Stangl das Buch "Haschisch: Prohibition oder Legalisierung" heraus. 32 Jahre nach Erscheinen des Buches sitzt Burian in seiner Ordination in der Penzinger Straße und sagt, das Buch würde er heute nicht mehr so milde schreiben. Hinter ihm eine Bücherwand, neben ihm eine Couch, die Brille in der Hand. Mit seinen zerzausten weißen Haaren und dem Schnurrbart sieht er ein bisschen aus wie Albert Einstein. Von einer Cannabis-Legalisierung, wie sie nun die Neos fordern, hält er nichts.

Falter: Wie gefährlich ist Cannabis?

Wilhelm Burian: Das ist schon das Problem: Es ist die falsche Frage. Jede psychoaktive Substanz ist mehr oder weniger gefährlich. Aber es gibt eine Gruppe von Menschen, die wegen verschiedener Belastungsfaktoren besonders verletzbar ist. Mit Substanzen wie Cannabis können


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