"Ich glaube im Kino ohnehin weniger an die Bilder und mehr an die Worte"

Dominik Grafs "Die geliebten Schwestern" ist kein Heldenepos über Friedrich Schiller, sondern die schillernde Geschichte einer leidenschaftlichen Ménage-à-trois.

Feuilleton | Interview: Michael Omasta | aus FALTER 45/14 vom 05.11.2014

Falter: Warum Schiller, Herr Graf?

Dominik Graf: Es geht um eine Liebesgeschichte zwischen drei klugen gebildeten, hochbegabten und leidenschaftlichen Menschen im Zeitalter der Revolution. Zwischen zwei adeligen Schwestern und einem armen Dichter, der obwohl jung, schon ziemlich berüchtigt ist. Es geht darum, ob und wie man Träume einer Liebe zu dritt in die Realität umsetzen kann. Es geht um Offenheit in der Liebe, darum, wie geistige und körperliche Nähe und Sehnsucht in eins fallen können. Und es geht darum, was der Lauf der Zeit dann von solchen Träumen übriglässt. Schiller? Ja, okay, das ist der Mann in dem Dreieck.

Gibt es Erinnerungen an Schiller als Schullektüre?

Graf: Gedichte auswendig lernen, klar. Wogegen ich damals nichts hatte und auch nach wie vor nichts habe. Allein die Sprache haut einen um und die Plots der großen Gedichte sind auch stark. "Bürgschaft" ganz weit oben. Die "Glocke" haben wir nur gelesen, da hatten die Lehrer bei der Länge doch ein Erbarmen.

Inwieweit


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