Liebe sprach zum Gott der Lieder

Die Filme "Amour Fou" und "Die geliebten Schwestern" erinnern an das irre Beziehungsleben der Klassiker Schiller und Kleist

Feuilleton | Gegenüberstellung: Michael Omasta | aus FALTER 45/14 vom 05.11.2014

Näher als im Kino heute kamen sich Friedrich Schiller und Heinrich von Kleist wohl auch zu Lebzeiten nicht. Zwei großartige Filme erzählen dieser Tage über die beiden jung verstorbenen Dichter: Die österreichische Filmemacherin Jessica Hausner widmet sich in "Amour Fou" den letzten Tagen Kleists, der deutsche Regisseur Dominik Graf in "Die geliebten Schwestern" Schillers außergewöhnlicher Beziehung zu Caroline und Charlotte von Lengeheim.

Doch obwohl ihre jeweilige Handlung fast zur gleichen Zeit und in ähnlichem kulturellem Umfeld spielt - und hier wie dort noch ein Widerschein der Französischen Revolution von 1789 flackert -, könnten diese zwei Filme unterschiedlicher kaum sein.

"Amour Fou" ist eine schwarze Komödie. "Ich suche eine Partnerin nicht für das Leben", erklärt Kleist (Christian Friedel) darin, "sondern zum Sterben". Das seltsame Ansinnen wird ohne jede äußere Gemütsbewegung vorgebracht, und nicht nur einmal! Denn als seine Cousine Marie nicht recht gewillt scheint,


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