Der Sammelwutbürger

Der Zeichner Rudolf Klein hat ein mitunter boshaftes Buch über das Verschwinden der Dinge geschrieben

Feuilleton | Buchbesprechung: Christopher Wurmdobler | aus FALTER 45/14 vom 05.11.2014

Der Zeichner Rudolf "Rudi" Klein, 63, besitzt am Beginn der Favoritenstraße ein Geschäft. Eigentlich ist es sein Büro und Atelier, aber es gibt eine Auslage, in der ein geschwungenes, angerostetes Metall-K steht, eine Ladentür, und wenn man Glück hat, ist diese Türe offen. Dann sitzt Herr Klein in dem mit sonderbaren Dingen angeräumten einstigen Hemdengeschäft und führt einem vor, was er da so angesammelt hat: trashiges Plastikspielzeug, uralte Spritzpistolen, bizarre Radios mit Schweinchengesichtern, Fotos, Steine, Kugeln, von Hunden zerbissene Plüschtiere, Muscheln, die sich als verbogene Kronkorken herausstellen. So Sachen.

"Kleinteile" nennt Rudi Klein seine Sammlung, und jetzt hat der Zeichner um eine Auswahl seiner Fundstücke eine Geschichte geschrieben. "Der Herr der Dinge" heißt sein eben erschienenes Buch, in dem es um den Sammelwutbürger Stefan und ein im Laufe eines Lebens angehäuftes Konvolut geht (aufgeteilt in zwei Gruppen: "Aufbewahrungsgegenstände" und "Wurfgeschosse");


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