Gebt Kartnig die Fußfessel zurück

Der Ex-Sturm-Präsident steht zu Unrecht am Pranger. Er ist ein Beleg für modernen Strafvollzug

Politik | Plädoyer: Florian Klenk | aus FALTER 45/14 vom 05.11.2014

Hannes Kartnig hat also im Park- Hyatt-Hotel zu Wien ein Glas Schaumwein getrunken und ein paar Tage zuvor einer Oper gelauscht. Am Fußgelenk trug er dabei einen Peilsender der Justizanstalt Jakomini. Ein Justizskandal?

Wenn man Österreichs Zeitungen und manchen sonst weisen Kommentatoren glaubt, könnte man fast den Eindruck gewinnen. Auf den Titelseiten wird der gefallene Sturmpräsident als Privilegienritter angeprangert. Zu Halloween verteilt Österreich Kartnigs Gesicht als Gruselmaske.

Das verschreckte Justizministerium reagierte prompt und entzog Kartnig per Bescheid Fußfessel und Ausgang, Vorteile, die es zuvor bewilligte. Nun sitzt der nimmersatte Finanzbetrüger wieder hinter Gittern und bekämpft die Entscheidung.

Hoffentlich mit Erfolg

Es ist eine opportunistische Zurufjustiz, die sich da von uns Journalisten antreiben lässt. Anstatt die Errungenschaften und Widersprüche des modernen Strafvollzugs öffentlich und offensiv zu verteidigen, wird Kartnigs Fall als Beleg einer Bonzenjustiz


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