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Heute geht's, dreimal darfst raten, ums richtige Maronibraten

Grundkurs Kochen (272)

Stadtleben | BW | aus FALTER 45/14 vom 05.11.2014

Die Maroni gilt als der Ferrari unter den Kastanien. Liegt wahrscheinlich vor allem daran, dass sie die einzige Kastanie ist, die man auch essen und nicht nur an Wildschweine verfüttern oder mit Zahnstochern bespicken kann, um daraus lustige Figuren zu basteln. Dass man aus der Nussfrucht allerlei Desserts, Torten oder Füllungen für Wildgerichte zaubern kann, hat ihr das Attribut "edel" eingebracht: die Edelkastanie also.

Der einstige Nimbus der Maroni ist auf ihre Seltenheit zurückzuführen: In Wien war sie früher ausschließlich beim Maronibrater zu völlig verrückten Preisen erhältlich. Inzwischen hat die Edelkastanie viel von ihrem Glanz eingebüßt und ist zu einer profanen, in jedem Supermarkt erhältlichen Saisonalware geworden. Macht nichts, gut ist sie trotzdem. Will man sie zu Hause rösten, gibt es ein paar Dinge zu beachten: Beim Kauf sollte man die glatte Oberfläche auf Löcher überprüfen, denn Maroni sind gerne verwurmt. Um auf Nummer sicher zu gehen, kann man daheim die Maroni in einen Topf mit lauwarmem Wasser legen. Wurmfreie und frische Maroni sinken im Wasser zu Boden.

Man kann sie braten oder kochen, wobei sich beim Kochen sämtliche Vitamine verabschieden, deshalb lieber braten, und das geht so: Maroni mit einem scharfen Messer kreuzweise einritzen und dann etwa 30 Minuten im Backrohr bei 220 Grad Celsius rösten. Stellt man ein Gefäß mit Wasser dazu, trocknen sie nicht aus.

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