Wer sagt, dass Kindertheater immer lustig sein muss?

Die Regisseurin Sara Ostertag traut sich was: Sie mutet ihrem Publikum auch traurige Geschichten zu - und sogar Neue Musik


Porträt: Sara Schausberger
Feuilleton | aus FALTER 45/14 vom 05.11.2014

Mit der schwedischen Kinderbuchautorin Astrid Lindgren verbindet die Wiener Kindertheaterregisseurin Sara Ostertag etwas Grundlegendes: Sie nimmt ihr junges Publikum ernst.

Ostertag hat den Mut, traurige Geschichten traurig sein zu lassen. Ihre Inszenierungen sind oft schonungslos melancholisch, aber auch poetisch komisch.

In dem Musiktheaterstück "Warum das Kind in der Polenta kocht" ist die Fremde verheißungsvoll und der Zirkus die haltlose Heimat. Man ist froh, dass man reich genug ist, den eigenen Hund nicht essen zu müssen.

In "Das Kind der Seehundfrau" fährt ein einsamer Mann in einem Eisfeld aus Kühlschränken zum Fischen aufs Meer hinaus, verliebt sich in eine Seehundfrau, stiehlt ihr das Fell und kriegt ein Kind mit ihr. Selten werden im österreichischen Kinder-und Jugendtheater so viel Schmerz und Trauer zugelassen wie in dem Moment, als die Seehundfrau ihr Fell zurückverlangt.

Sara Ostertag, 29, hat in Zürich Regie studiert. Ihren "Erleuchtungsmoment" hatte sie während eines

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