Österreichs Rückkehr ins Zentrum Europas

Ein Brüssel-Korrespondent beschreibt den langen Weg, der Österreich von der Randlage am Eisernen Vorhang in die Mitte der EU geführt hat


Rezension: Raimund Löw
Politik | aus FALTER 45/14 vom 05.11.2014

Thomas Mayer bringt die wichtigste Erkenntnis für einen EU-Korrespondenten auf den Begriff: Wenn wir über Europa berichten, berichten wir in Wirklichkeit über uns selbst. Ein Auslandskorrespondent in Moskau, Peking oder Washington erzählt dem Publikum aus einem fernen Land. Brüssel hingegen ist derart stark mit der Innenverfassung jedes Mitgliedslandes verbunden, dass die scheinbare Außensicht zur Innensicht wird.

"Frei in Europa", das neue Buch des langjährigen Brüssel-Korrespondenten des Standard, geht von der Prämisse aus, dass die Westanbindung Österreichs durch den EU-Beitritt 1995 die einzige wirklich freie Entscheidung über die geopolitische Stellung der Republik im vergangenen Jahrhundert darstellt. 1918 war Deutschösterreich von den Siegern des Ersten Weltkrieges zur Unabhängigkeit von Deutschland gedrängt worden. 1955 wurde die Neutralität der Preis für den Staatsvertrag. Nur beim EU-Referendum 1994 haben Eliten und Bürger eine Neupositionierung aus freien Stücken

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