Freiheit, Gleichheit und das Binnen-I

Die gendergerechte Schreibweise wird nicht zur Norm. Die Kontroverse über das Gendern ist damit nicht beendet

Falter & Meinung | Kommentar: Matthias Dusini | aus FALTER 45/14 vom 05.11.2014

Die Kronen Zeitung verbuchte es als Erfolg ihrer Kampagne gegen das Binnen-I. Das Institut Austrian Standards hatte bekanntgegeben, dass der geschlechtergerechte Umgang mit Sprache nicht zur Norm werden soll. Dieser unabhängige Verein prüft Standards der Technik, Wirtschaft und Bürokratie, damit der Alltag einfacher wird. Dazu gehören der Abstand einer Schraubwindung oder auch die Form eines Geschäftsbriefs. Solche Normgrößen und -formulierungen sind Empfehlungen, keine Gesetze.

Die Stellungnahme der Regelprüfer fiel indes ganz anders aus, als der Reaktion der Krone zu entnehmen war. Die Zeitung behauptete nämlich, Austrian Standards habe dem Druck ihrer Kommentatoren nachgegeben und die gendersensible Formulierung, das sogenannte Gendern, zu Fall gebracht. "Endgültiges Aus für umstrittenes Binnen-I" titelte das Blatt.

Wahr ist vielmehr, dass das Institut den Binnen-I-Befürwortern entgegenkam. Im Februar hatte ein Entwurf zu den "Richtlinien für die Textgestaltung" noch das Verwenden


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige