Nüchtern betrachtet

Der Jack ist weg, oder Blues für Bruce

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Sabbatical. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Feuilleton | aus FALTER 45/14 vom 05.11.2014

Wenn ich recht erinnere, ist die Bassline aller Basslines zum ersten Mal im Jugendklubkeller der Apostelpfarre am Salvatorianerplatz über mich gekommen. Es gab dort zwei Plattenspieler, an die man mich eher selten ranließ, denn ich hatte mir mit dem Abspielen von Joe-Henderson- und Don-Cherry-Scheiben beileibe nicht nur Freunde gemacht. Wer randurfte, fühlte sich Gott jedenfalls gleich viel näher, und als irgendwann jemand "Sunshine of Your Love" auflegte, war auch für mich klar, dass Gott eben nicht Eric Clapton, sondern Jack Bruce hieß. Bruce war das Herz und das Hirn von Cream, Clapton der Arsch, Baker der Beidl. Die Stimme war Bruce sowieso, eine der ergreifendsten Stimmen der Rockgeschichte überhaupt, gerade weil sie nicht souverän oder gewaltig, sondern immer ein wenig angestrengt, mitunter sogar ein bissl gebacken, jedenfalls sehr physisch klang.

Genau deswegen hat Michael Mantler, der große Sohn St. Pöltens, der ein Händchen für Stimmen hat (Robert Wyatt!), den großen


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