Im Zuge des steirischen herbst eröffnete Ausstellungen gehen zu Ende

Lexikon | Kunsterinnerung: Wenzel Mraček | aus FALTER 45/14 vom 05.11.2014

Inhaltliche und formale Bezugssysteme zwischen Individuum, Geschichte und Gesellschaft, manifestiert in Skulpturen, die im ersten Moment an Brancusis denken lassen, stammen von dem US-amerikanischen Künstler und Kritiker Ronald Jones. Zu sehen im Grazer Kunstverein (bis 23.11.), erweisen sich die vermeintlich autonomen Formen als ästhetisch ansprechende plastische Bilder von Zellwucherungen. In einem zweiten Teil der Ausstellung behandeln Fotografien des italienischen Architekten und Fotografen Elio Montanari das gemeinhin nicht wahrgenommene Umfeld internationalen Ausstellungswesens. Neben etlichen anderen sind Matthew Barney, Joseph Beuys oder Franz West bei Vorbereitungen zu ihren Ausstellungen in schwarzweiß festgehalten.

Von der Neubewertung der Historiografie handelt "The Militant Image" in der Camera Austria (bis 16.11.). Vorwiegend geht es um Bilder aus dem Abseits weltweiter gegenwärtiger wie historischer Konflikte, deren repräsentative Qualität bzw. dokumentarischer Wert in die Frage münden: Welche Bilder machen welche Geschichte? Beispielsweise erstellte Peter Friedl eine "lyrische" Sammlung von Pressefotos des geopolitischen Geschehens von 1992 bis 2010. Neuerlich in Umlauf gebracht wäre deren Relevanz - aus heutiger Sicht - zu hinterfragen.

Den sonst physisch immerhin niederschwelligen Zugang in die Räume des Kunstvereins hat Ovidiu Anton verbaut. Aktuelle Arbeiten von weiteren sechs Künstlern behandeln in "Territorien" (bis 22.11.) Problemfelder wie Ausbeutung und Landnahme, die betroffene Bevölkerungen von der Teilhabe am eigentlich Allgemeinen ausschließen.


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