"Kochen und Tatort gucken"

In einer szenischen Lesung präsentierte Roger Willemsen im Parlament seine Beobachtungen über den Deutschen Bundestag

Feuilleton | Reportage: Hannah Schifko | aus FALTER 45/14 vom 05.11.2014

Es ist Winter 2012, wenige Tage vor Weihnachten. Roger Willemsen geht wie jedes Jahr zu dieser Zeit mit seinem Verleger essen. "Worüber willst du als Nächstes schreiben?", fragt der Verleger. "Ich möchte Deutschland beschreiben", antwortet der Publizist. "Nur wie - das weiß ich noch nicht."

Drei Wochen danach sitzt Willemsen auf der Besuchertribüne im Deutschen Bundestag. Von hier aus will er den Charakter seines Landes erfassen, will sehen, was die Fernsehkameras nicht zu zeigen vermögen, will weniger Parlamentarismusklischee, dafür mehr Leidenschaft einfangen. Seine Beobachtungen erstrecken sich von der ersten Sitzungswoche 2013 bis zur letzten.

Knapp zwei Jahre nach seiner Idee, die zum Buch "Das Hohe Haus" führte, sitzt Willemsen wieder in einem Parlament. Nicht als stiller Beobachter aber, sondern als Beobachteter. Neben ihm auf der Regierungsbank: der Radio-Bremen-Moderator Jens-Uwe Krause und die deutsche Schauspielerin Annette Schiedeck. Nationalratspräsidentin Doris Bures


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