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Die Glosse vom Falter

Falter & Meinung | aus FALTER 45/14 vom 05.11.2014

Es hat sich ein Missverständnis in den österreichischen Brauchtumskalender eingeschlichen. Nur weil Allerheiligen, der Tag, an dem man an die Gräber geht, direkt auf Halloween folgt, heißt das nicht, dass man sich (oder andere) am 31. Oktober ins Grab schießen oder gar sprengen soll.

Die Polizei fühlte sich vergangene Woche genötigt, vor Halloween-Streichen zu warnen; das Strafgesetzbuch kenne nur Saures, nichts Süßes. Wer am Montag zum Boulevard griff, konnte feststellen, die Cops hatten einen Riecher. Österreich titelte: "Halloween: Irrer Sniper schießt auf Mädchen". Bei Heute stand auf Seite eins: "Halloween-Streich: Bursch gelähmt. Er sprengte Altglas-Container ... dann stürzte er auf Flucht ab".

Diese zwei tragischen Geschichten lenken die Aufmerksamkeit auf die Frage, ob es eine gute Idee war, den Halloween-Brauch aus Übersee in die wilde Alpenwelt zu importieren. Die nun bald wieder beginnende Perchtenlauf-Saison sorgt doch ohnehin schon für genug Schwerverletzte.


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