Täglich grüßt der Kater

"Das verlorene Wochenende" von Charles Jackson ist eine glänzende Alkoholikerstudie und ein literarisches Meisterstück

Feuilleton | Trinkerreport: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 45/14 vom 05.11.2014

Das Schlimmste, was mir je widerfahren ist, war der Erfolg von ,Das verlorene Wochenende'", pflegte Charles Jackson zu sagen. Sein 1944 erschienenes Romandebüt über die einsame Sauftour eines durch Manhattan taumelnden Trinkers machte ihn berühmt. Und erzeugte eine Erwartungshaltung, die ihn überforderte.

Jackson litt an Schreibblockaden, neigte zu Medikamentenmissbrauch und war selber schwerer Alkoholiker. Er hatte trockene Phasen, wurde aber immer wieder rückfällig. An noch etwas kiefelte er: Sein erfolgreicher Roman war schon kurz nach Veröffentlichung nicht mehr "sein" Buch. Billy Wilder hatte es verfilmt und der Erfolg des mit mehreren Oscars ausgezeichneten Films überragte den des Romans. Noch dazu änderte Wilder den Schluss: Sein "Lost Weekend" endet mit einer hoffnungsvollen Note.

Charles Jackson jedoch erzählt die Geschichte eines Trinkers, die im Roman nicht gut ausgeht, nicht gut ausgehen kann. Don Birnam, der tragische Held, bezeichnet sich zwar selbst als "Quartalssäufer",


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