Jessas! Warum der neue Club in der alten Garage X nicht aufsperren durfte

Stadtleben | Nachtkritik: Wolfgang Kralicek | aus FALTER 45/14 vom 05.11.2014

Süßes, oder es gibt Saures! In der Halloween-Nacht, am vergangenen Freitag, sollte in der ehemaligen Garage X am Petersplatz ein neuer Club namens Jessas eröffnen. Daraus wurde nichts: Zwei Tage vor der Eröffnung lösten die Theaterbetreiber den Vertrag mit den Clubpächtern auf und änderten den Zugangscode am Eingang. Die Jessas-Leute standen buchstäblich vor verschlossenen Türen und verstehen die Welt nicht mehr.

"Wie kann man nur so unmenschlich sein???", heißt es auf der Jessas-Homepage. Auf Facebook und Twitter tobte das Partyvolk.

Was war geschehen? Die Theaterleiter Ali M. Abdullah und Harald Posch sind im Sommer ins Kabelwerk nach Meidling übersiedelt, wo sie unlängst das Werk X eröffnet haben. Die Garage X heißt jetzt Werk X Eldorado, wird aber weiter bespielt - allerdings nicht mehr jeden Abend.

Deshalb wurde dem Buffetpächter Jürgen Bauer angeboten, er könne im Pausenraum gegen erhöhte Miete (1800 Euro) Partys veranstalten. Dass der von Bauer engagierte Szene-Hipster David Kreytenberg (Feschmarkt, Fox House) daraufhin einen Hotspot der Clubszene am Petersplatz einrichten wollte, ging den Theaterleuten dann aber zu weit - und sie zogen den Stecker raus.

Bestimmt gibt es für die Kündigung gute Gründe, eine gute Optik aber hat die Aktion nicht. Ein Argument gegen das Jessas war der erwartete Besucherandrang: Obwohl der Raum nur für 70 (Quelle: Werk X) bis 240 (Quelle: Jessas) Leute genehmigt ist, hatten sich zur Club-Eröffnung 1700 Gäste angemeldet. Was ist eigentlich so schlimm an einem überfüllten Theater?


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