Eine Gerechte, die Generationen von Historikerinnen prägte

Politik | Nachruf: Barbara Tóth | aus FALTER 45/14 vom 05.11.2014

Sie ist die "Doyenne", die Königin der Historikerzunft, war in Nachrufen über die verstorbene Erika Weinzierl zu lesen. Was genau ist eine Doyenne? Dieser altmodische und leider nur mehr selten passende Begriff ist wie für Weinzierls Werk und Charakter gemacht. Weil beides eine Einheit war. Ihre wissenschaftliche und persönliche Integrität machte sie zum Leitstern mehrerer Generation von Historikern, bis heute.

Weinzierl war es, die, lange bevor die Waldheim-Affäre den Mythos von Österreich als "erstem Opfer" Adolf Hitlers enttarnte, mit ihrem Standardwerk "Zu wenig Gerechte"(1969) die Tabus Widerstand und Judenverfolgung thematisierte. Sie habilitierte sich mit einer Arbeit über ein weiteres unbequemes Thema: die österreichischen Konkordate. Weinzierl war es auch, die mit "Emanzipation? Österreichische Frauen im 20. Jahrhundert" (1975), lange bevor sich die Frauenforschung an den Universitäten etablierte, weibliche Lebensläufe erforschte. Ihr eigener ist ein Paradebeispiel für


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