Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 45/14 vom 05.11.2014

Pop

Islands of Light: Ruebke

Der Österreicher Dino Spiluttini hat sich als Indierock-Freigeist versucht, ehe er zuletzt in Ambient-/Drone-Gefilde abgebogen ist. Sein Album unter dem Namen Islands of Light markiert vielleicht die Kreuzung. Über einen langen Zeitraum in depressiven Phasen entstanden, stellt die vor allem aus Pianoklängen bestehende Platte eine Übung in Einfachheit und Wohlklang dar. Musikstücke als Inseln des Lichts: Das ist hart am Eso-Kitsch, aber ein schönes Bild. Wie "Ruebke" ein Album von ganz eigener Schönheit ist. (Homen) SF

Pop

Neil Young: Storytone

Bei allem Respekt, aber als ein wenig wunderlich muss man Neil Young inzwischen schon bezeichnen. Nach einer in schrottiger Schellack-Qualität produzierten Coverversionenplatte im Frühjahr präsentiert er nun zehn neue Songs in üppigster, teils fast 100-köpfiger Besetzung; die ruhigeren als Disney-Orchester-Kitsch, die flotteren als Las-Vegas-Swing. Das hat, wie so oft bei Onkel Neil, etwas Rührendes; besser stehen den Songs aber doch die reduzierten Solo-Arrangements, erhältlich in der Deluxe-Edition. (Reprise) GS

Jazz

Brötzmann & Sharrock: Whatthefuckdoyouwant

Eine erstmals erhältliche Aufnahme von 1987: Sonny Sharrock, der wohl originellste Gitarrist im Free-Kontext, und Intensiv-Bläser Peter Brötzmann demonstrieren in elf titellosen Einheiten ihre immer wieder erwähnte telepathische Verbindung. Sie halten aber keine spiritistische Sitzung ab, sondern spielen freie Musik, in der es um ein egalitäres Nebeneinander geht. Es gilt: Zusammen passt, was du zusammenbringst. Sharrock in diesem reduzierten Setting hören zu können, ist allein schon die Anschaffung wert. (Trost) DMK


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