The Voice of Germany

Zum Bösewicht prädestiniert: Der Wiener Schauspieler Fritz Kortner flüchtete 1933 nach Hollywood

Feuilleton | Einstimmung: Michael Omasta | aus FALTER 46/14 vom 12.11.2014

Erwachsene brauchen keinen Vormund", tönt eine sonore Stimme aus dem Off, "und ein Volk keinen König." Die Kamera verfolgt das Geschehen von einem Kellerfenster aus, wir sehen nicht, wer die Menge solcherart zur Revolution anheizt, doch für das zeitgenössische Publikum anno 1931 war klar: Hier spricht Fritz Kortner, der Titelheld von Hans Behrendts Drama "Danton".

Wie die Eröffnungsszene dieses frühen Tonfilms eindrücklich belegt, verdankte Kortner seine Präsenz nicht zuletzt seiner markanten Stimme. Gleichwohl zählte der Schauspieler zu den wenigen Bühnenstars, die sich von Anfang an um die künstlerische Reputation des Kinos verdient gemacht haben.

Bereits ab 1915 stand der gebürtige Wiener vor der Kamera, die Zahl der Stummfilme, in denen er mitwirkte, geht in die Dutzende. Darunter, neben Durchschnittsware, das blutige Kammerspiel "Hintertreppe" (1922, Buch: Carl Mayer, Regie: Leopold Jeßner), der expressionistelnde Reißer "Schatten" (1923, Regie: Arthur Robison) oder "Die


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige