Nüchtern betrachtet

Mutter, der Mann mit dem Asphalt ist da!

Feuilleton | aus FALTER 46/14 vom 12.11.2014

Draußen walzt und wummert es. Es ist ein mächtiges Auf-und Abschwellen, das den ganzen Körper erfasst und sich so anfühlt, als würde man von einem Pottwal verdaut, der soeben ein Boot mit Harpunieren verputzt hat, auf dem sich aus unerfindlichen Gründen auch zwei Fässchen Rizinusöl befanden. Meine Fabergé-Eier habe ich schon vor Wochen in wattierte Kartons gepackt, aber das Meissner klingelt noch immer in der Vitrine. Ein strichzarter Hauch von frischem Asphalt mischt sich in den Duft des Omelett Español, das in der gusseisernen Stilpfanne schmurgelt. Drinnen will es Frühstück werden, draußen scheint man schön langsam ans Fertigwerden zu denken.

Seit vielen Wochen sind die Aufreiß-, Asphaltier- und Planiertrupps dieser Stadt damit befasst, die Malzgasse aufzureißen, zu asphaltieren und zu planieren. Tonnenweise wurde altes Material abgetragen und weggeschafft, neues Material angekarrt, verteilt und plattgemacht. Die Dringlichkeit des Malzgassenmaterialaustausches ist mir

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