"Meist singt da jemand, der keineswegs ich ist"

Tipptopp Eigenbrötlerpop: die außergewöhnlichen Wiener Bands Laokoongruppe und Villalog und ihre neuen Alben

Feuilleton | Doppelporträt: Gerhard Stöger | aus FALTER 46/14 vom 12.11.2014

Er beißt vielleicht nicht. Einfach nur spielen will Karl Schwamberger aber gewiss auch nicht, sonst würden seine Lieder kaum so eigenartige Titel tragen wie "Nach den Authentizitätskriegen" oder "Lachenmann sag kann man dazu Liebe machen".

Schwamberger weicht dem Diskurs unter dem Pseudonym Laokoongruppe keineswegs aus, und er hat auch nichts gegen klare Aussagen. "Fuck, immer das Gezappel, sitz doch endlich einmal still. Es wird nie eine Bewegung, was sich immer bloß bewegen will", singt er auf "Blonde Mädchen Macht und Masse", seinem dritten Album nach "Walzerkönig"(2009) und "Staatsoper"(2010). Es ist nicht die einzige politische Zeile darauf.

"Oh Mutter, kannst du bitte dieses Lied noch einmal spielen, du weißt schon, das mit der Gerechtigkeit. Und Mutter, kannst du bitte einmal noch vorlesen aus dem großen schönen alten Umverteilungsbuch", heißt es an anderer Stelle poetisch, oder, ungleich militanter, im "Lachenmann"-Lied: "Hier hilft nur noch Gift und Glock und Bomben, hier


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