Ins Mark Der Kommentar zur steirischen Woche

Gefährliches Spiel

Steiermark | aus FALTER 46/14 vom 12.11.2014

Rund 3900 Steirer sind spielsüchtig, bis zu 35.000 gefährdet. Und "die Zahl der Glücksspieler, die in Suchtberatungsstellen Hilfe suchen, steigt", sagte Gesundheitslandesrat Christopher Drexler (ÖVP) kürzlich, als er mit der Fachstelle für Glücksspielsucht und dem Frauenservice eine Angehörigenbroschüre vorstellte. Weil pro Spieler mindestens drei weitere Menschen ein erhöhtes Krankheitsrisiko tragen. Tenor: Holt euch möglichst früh Hilfe! Geht zur Existenzsicherungsberatung, bevor das letzte Hemd weg ist!

Nun wurden aber der Spielsucht-Fachstelle als auch der allgemeinen Suchtberatung b.a.s., zu der sie gehört, vom Land Kürzungen angekündigt, wie Geschäftsführer Manfred Geishofer bekanntgab. Der Fachstelle sollen von 165.000 Euro 45.000 weggenommen werden, der Beratungsstelle 50.000. Laut Geishofer bedeutet das Personalabbau, kleinen Beratungsstellen, etwa in Feldbach, drohe das Aus. Dabei betragen die Wartezeiten schon jetzt bis zu sechs Wochen. Außerdem müsse man entweder die Fachstelle oder die Existenzsicherungsberatung aufgeben. Ein krasser Widerspruch zu den Hilfsversprechen der Broschüre.

Vom Landesrat ist nur zu erfahren, dass das Gesamtbudget von 3,7 Millionen Euro für die Suchthilfe gleich bleibe. Sobald die neuen Glücksspiellizenzen vergeben sind, will Drexler aber einen Teil der Landeseinnahmen für Prävention reservieren. Das wäre fein, ja. Derzeit weiß man bei b.a.s. nämlich nicht, was man all den potenziellen Lizenznehmern sagen soll, die anrufen; denn sie müssen eine Kooperation mit einer Spielerschutzeinrichtung eingehen und sich verpflichten, auffällige Spieler hinzuschicken. Eh gut, aber leider sinnfrei, wenn man diese dann nicht betreuen kann.


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