Kommentar Geschichtspolitik

Grabmal und Pinkelstein: Wie der NS-Opfer gedenken?


Matthias Dusini
Falter & Meinung | aus FALTER 46/14 vom 12.11.2014

In der Nacht vom 9. auf den 10. November bohrten sich dutzende Lichtkegel in den Himmel. Die Israelitische Kultusgemeinde Wien gedachte mit der "Nacht der erhellten Synagogen" des Novemberpogroms. In der Nacht des 9. November 1938 hatten in Wien Synagogen und Gebetshäuser gebrannt. Die Wohnungen von Jüdinnen waren geplündert, ihre Eigentümer verprügelt und ins KZ verschleppt worden. Dort, wo einmal ein Gotteshaus gestanden hatte, strahlte nun ein Scheinwerfer.

Das nächtliche Spektakel war beeindruckend und hatte dennoch eine eigentümliche Symbolik. Die Strahlen erinnerten nämlich auch an die sogenannten "Lichtdome" der NSDAP; Flakscheinwerfer verwandelten die von Joseph Goebbels inszenierten Reichsparteitage in totalitäre Messfeiern. Das Beispiel zeigt, wie schwierig es ist, eine zeitgemäße Form des Gedenkens an die Opfer der NS-Zeit zu finden.

Zivilgesellschaftliche Events wie die "erhellten Synagogen" ergänzen steife Staatsakte. Die Initiative "Steine der Erinnerung" recherchiert

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