Schuld und Sühne: über die Verantwortung des Bösen

Der Jurist und Schriftsteller Ferdinand von Schirach schreibt Essays über Justiz und Verbrechen, die nun als Buch erschienen sind

Politik | REZENSION: JULIA KOSPACH | aus FALTER 46/14 vom 12.11.2014

Ferdinand von Schirach ist ein Schreibender in der Tradition Dostojewskis. Er ist es in nur einer Hinsicht, aber die ist so zentral, dass sie den Schluss rechtfertigt: Wie Dostojewski kreist Schirach um die Themen Schuld, Wahrheit, Gesetz, Gerechtigkeit und Strafe. Das mag naheliegen für einen Strafverteidiger, der erst mit Mitte 40 seiner Doppelbegabung als Jurist und Schriftsteller freien Lauf ließ und einen ersten Band mit Justizstorys veröffentlichte ("Verbrechen"), dem bald ein zweiter folgte ("Schuld").

Storys klingt amerikanisch. Nichts an Schirach ist amerikanisch. Nennte man ihn britisch, käme das der Sache näher. Und wie er vermutlich niemals aufhören wird zu rauchen oder gut geschnittene Anzüge zu tragen (und sie an anderen zu bemerken), wird ihn die Frage danach, was Schuld ist und wie Staat und Gesetz mit ihr umgehen, ein Leben lang umtreiben.

All das untermauern auch seine Essays, die er zwischen 2010 und 2013 für den Spiegel geschrieben hat und die nun unter dem Titel


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