Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Wildwux Braunstein

Über große Weine, Wiedehopf und Wiesenmanagement

Stadtleben | MS | aus FALTER 46/14 vom 12.11.2014

Das Burgenland ist bekannt für seine Rotweine: Die wichtigste Traube ist die blaufränkische, dicht gefolgt vom Zweigelt. Bundesweit ist es genau umgekehrt. Es reifen aber auch Sorten wie St. Laurent, Pinot Noir, Merlot und wie sie alle heißen. Die vielfach prämierte Winzerin Birgit Braunstein aus Purbach hat eine Cuvée der burgenländischen Klassiker auf Lager, der sich Wildwux nennt und in einem Gebiet angebaut wird, wo "ganzheitlicher Natur- und Landschaftsschutz" praktiziert wird. Was kann man sich darunter vorstellen? Frau Braunstein legt Nistkästen für den geschützten Wiedehopf an. Der Beweidung soll wieder mehr Bedeutung gegeben werden, da die Verbuschung der Wiesen langfristig die Artenvielfalt verringert. Mäht man die Wiese kurz und entfernt das Gras, so haben auch anspruchslose Arten eine Chance hervorzutreten. Das alles fällt neuerdings unter den hübschen Begriff "Wiesenmanagement". Zitronenund Schachbrettfalter sollen gedeihen, am besten auf der seltenen Iris, Kuhschelle und Königskerze. Dass Purbach ein Zentrum für Heuschrecken ist, das wird charmanterweise mit einem gewissen Stolz verkündet.

Wildwux ist aber nicht nur Braunstein, sondern auch Geyerhof in Oberfucha bei Furth, der bereits in den späten 80ern auf biologischen Weinbau umgestellt hat. Die Gleichgesinnte Ilse Maier macht einen Veltliner auf ähnlich bewirtschafteten Flächen in der Wachau nahe Stift Göttweig. Sie legt wiederum Nistkästen für den Steinkauz an, der sich doch bitte wieder vermehren soll.


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