Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 46/14 vom 12.11.2014

Pop

Polkov: Polkov

Diese gleichzeitig verträumt und ausgeschlafen wirkende junge Band kommt zwar aus Österreich, klingt aber extrem amerikanisch. Der Softrock der 70er hat das Sextett um den Songwriter Laurenz Jandl geprägt, der schwelgerische Folkrock der Byrds, Calexicos Americana-Pop und gegen Ende dieses gelungenen Debüts hat noch ein wenig Glamrock Platz. Trotz eines gewissen Hangs zur Schwermut sind Polkov pfiffig und aufgeweckt, der Schmäh kommt bei aller fein arrangierten Emotionalität auch nicht zu kurz. (Phonotron) GS

Pop

Arca: Xen

Der junge Venezolaner zeigt, dass man sich nicht verbiegen muss, um ein gefragter Produzent zu sein; FKA Twigs und Kanye West schwören auf seine minimalistischen Beats und Sounds. Auf seinem eigenen Debüt spart Arca vieles ein: Stimmen und Melodien sind Mangelware, manche Stücke bestehen nur aus geisterhaften Synthieklängen oder Pianotupfern wie aus Enos Ambient-Edelmanufaktur. Fast möchte man "Kunst" schreien, würden nicht ab und zu Hip-Hoptrifft-Aphex-Twin-Beats für Rumms sorgen. (Mute) SF

Klassik

Gli Incogniti: Monsieur Couperin. Apothéoses

Ein tiefer Graben hatte sich zu Zeiten François Couperins (1668- 1733) zwischen dem französischen und dem italienischen Stil aufgetan. Couperin hielt nichts von den Zankereien und huldigte seinen Idolen Lully und Corelli mit einer Apotheose. Sie sind mit zwei frühen Couperin-Sonaten zu hören und geben ein eindrucksvolles Zeugnis vom Einfallsreichtum des Komponisten. Flammend erregt und innig im Ausdruck, bunt und schillernd, zart und elegant: Seine Musik ist ein Kaleidoskop an Farben und Stimmungen. (HM) MDA


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