Wenn das Öl noch nass ist

Im Zuge der Vienna Art Week laden Wiener Künstler in ihre Werkstätten. Was hat es mit dem jetzt wieder so populären Ritual des Atelierbesuchs auf sich?

Feuilleton | Lokalaugenschein: Nicole Scheyerer | aus FALTER 46/14 vom 12.11.2014

Der erste Blick führt hinunter. Prompt hebt die Malerin die Augen zu ihrem Fenster und winkt den Besuch zu einer Extratür, die in das nach Staub und Ölfarbe riechende Souterrain führt. Das Kelleratelier steht voll eingepackter Leinwände, an einer Stelle muss man sich durchzwängen. Im Hintergrund wummern elektronische Beats.

"Kaffee?", fragt Katherina Olschbaur und macht einen Stuhl frei. An ihrem Arbeitsplatz angekommen, ist alles da, was man sich von einem Maleratelier erwartet: halbfertige Gemälde, ein Haufen zerquetschter Farbtuben und verschmierte Fetzen am Boden. An den Wänden hängen Zeitungsausschnitte, Fotos und anderes inspirierendes Bildmaterial. "Ich persönlich habe sehr gerne Besuch, aber es kommen nicht so viele."

Nächste Woche wird sich das ändern. Beim Open Studio Day, den die Vienna Art Week am 22. November veranstaltet, öffnen 70 Künstlerinnen und Künstler ihre Türen. Die Auswahl wurde von Experten wie dem Chefkurator des 21er Hauses, Mario Codognato, getroffen,


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