Der Kaufmann von St. Marx

Mit dem Theaterprojekt "Richard III." wandelt der Kabarettstar Michael Niavarani auf Shakespeares Spuren. Es ist schon vor der Premiere eine Erfolgsgeschichte

Porträt: Wolfgang Kralicek | Feuilleton | aus FALTER 46/14 vom 12.11.2014


Foto: Heribert Corn

Foto: Heribert Corn

Es hört sich an wie eine dieser Ideen, die in langen, fröhlichen Nächten entstehen und spätestens am nächsten Morgen als absurdes Hirngespinst verworfen werden. Die Idee geht so: Ein Kabarettist schreibt Shakespeares grausames Königsdrama „Richard III.“ zu einer Komödie um. Und er spielt sie in einem mehr als 1000 Zuschauer fassenden Theater, das extra dafür errichtet wurde.

Der Wiener Kabarettstar Michael Niavarani, 46, hatte genau diese Idee, aber es blieb nicht beim Hirngespinst. Seit Anfang Oktober läuft in der Marx Halle im 3. Bezirk seine Komödie „Die unglaubliche Tragödie von Richard III.“, und die Menschen strömen so zahlreich in die Vorstellungen, dass die Kabarettlokale unter Publikumsschwund leiden. „Alle spüren das“, sagt Kollege Lukas Resetarits. „Der Niavarani zieht jeden Abend 1000 Leute ab, natürlich fehlen die.“

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