Es werden wieder mehr ertrinken

Italien beendet die Operation Mare Nostrum. Das ist die Konsequenz einer verfehlten EU-Asylpolitik

Falter & Meinung | Gastkommentar: Ulrich Ladurner | aus FALTER 46/14 vom 12.11.2014

Im Winter kann das Mittelmeer stürmisch und gefährlich sein. Darum werden wir in den nächsten Monaten kaum Flüchtlingsboote sehen, die nach Europa kommen. Die bedrückenden Bilder von an den Stränden Europas angeschwemmten Toten werden uns erspart bleiben. Im Winter werden wir mit der hässlichen Seite europäischer Flüchtlingspolitik nicht konfrontiert.

Der italienische Innenminister Angelino Alfano hat also den Zeitpunkt gut gewählt, als er am 31. Oktober verkündete, die italienische Marine werde die Operation Mare Nostrum einstellen. Mare Nostrum war im Oktober 2013 begonnen worden, nachdem vor der Küste der Insel Lampedusa über 400 Menschen ertrunken waren. Papst Franziskus sprach von einer "Schande". Kaum ein Politiker äußerte nicht seine Betroffenheit. Mare Nostrum war die Folge eines Schocks.

Die italienische Marine sandte Schiffe bis vor die libysche Küste. Sie fing bereits dort Flüchtlingsboote ab und brachte die Passagiere nach Italien - in knapp einem Jahr rettete


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