Film Kinderfilmfestival

Die kindliche Lust am Film(en) fördern

Lexikon | Sabina Zeithammer | aus FALTER 46/14 vom 12.11.2014

Zum elften Geburtstag bekommt Tomáš eine Kamera - die Erfüllung eines großen Wunsches, denn der Bub möchte Regisseur werden. Mit seinem Freund Haris geht er ans Werk. Er filmt seine Familie, Stana, in die er verliebt ist, und das Fußballtraining. Bald wird die Kamera genutzt, um Geheimnisse zu ergründen: Tomáš entdeckt, dass sein Vater regelmäßig mysteriöse Autofahrten unternimmt. Steckt eine Affäre dahinter? Und wieso weigert Haris sich, sein Zuhause zu filmen? Jiří Mádls "Ans Meer!" besticht mit seiner außergewöhnlichen formalen Herangehensweise: Fast alle Szenen werden als Filmaufnahmen der Hauptfiguren präsentiert. Das Flair selbst gedrehter Momente mit seiner Verspieltheit und all den kleinen Patzern trifft auf die familiären Probleme, mit denen die Buben sich auseinandersetzen müssen, und verleiht der ernsten Geschichte eine leichtfüßige Atmosphäre.

Es ist gut möglich, dass Mádls Werk das junge Publikum, das es beim 26. Internationalen Kinderfilmfestival sieht, mit der Lust am Filmen ansteckt. Vor allem aber möchte das renommierte Festival die Freude am Kino verbreiten. Vom 15. bis 23. November werden 16 Filme an vier Spielstätten gezeigt. Das Programm ist wieder breit gefächert: Neben einem Vorgeschmack auf Weihnachten - Lourens Bloks "Mitten in der Winternacht" mit einem sprechenden Elch ist der Eröffnungsfilm -finden sich Animationsund Spielfilme sowie eine Doku.

Die diesjährige Retrospektive ist dem Thema "Mein Platz in der Welt", der Zugehörigkeit zu einer Heimat und einer Familie gewidmet. Einen besonderen Einblick in die (Kinder-)Filmgeschichte ermöglicht dabei "Der kleine Ausreißer": Der Schwarz-Weiß-Klassiker aus dem Jahr 1953 wurde in Venedig mit einem Silbernen Löwen ausgezeichnet.

16. bis 23.11. im Cine, Votiv und Cinemagic in der Urania (Eröffnung im Gartenbau, Sa 15.00)


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