Film Neu im Kino

"Dumm und Dümmehr": ein Wiederholungsfall

Lexikon | Eva Kleinschwärzer | aus FALTER 46/14 vom 12.11.2014

Harry und Lloyd sind beste Freunde und außerdem Trottel. Eine zufällige Verwechslung führt zu einer verrückten Reise einmal quer durch Amerika, bald in einem skurrilen Auto, bald auf anderen aberwitzigen Gefährten. Ganoven haben sich an ihre Fersen geheftet, um das Duo an seiner Mission zu hindern, aber sie scheitern allesamt an der naiven Unschuld der beiden. Ein Feuerwerk aus Fäkalhumor, körperlicher Groteske und sexistischen Witzen, bevor die Best Buddies glücklich und blöd wie zu Beginn von dannen ziehen.

Erinnert an den ersten Teil, den die Farrelly-Brüder 1994 drehten? So ist es. Ganze Einstellungen gleichen dem Vorläufer bis ins Detail. Zwar lassen sich inhaltlich leichte Variationen erkennen: Statt einer Traumfrau suchen die beiden Harrys Tochter, statt eines Koffers müssen sie ein Paket überbringen und statt in einem Hundemobil reist man in einem Bestattungswagen. Doch stilistisch will man scheinbar überhaupt nicht den Eindruck erwecken, als ob 20 Jahre zwischen den beiden Filmen liegen würden. Und der herrlich sarkastische Abspann bestätigt diesen Eindruck, denn unter Ausschnitte aus dem Film, den man gerade eben gesehen hat, mischen sich solche aus dem ersten Teil, sodass man manches Mal tatsächlich unsicher ist, in welchem Jahr man die Bilder verorten soll.

"Dumm und Dümmehr" orientiert sich so sehr an seinem Vorgänger, dass man mutmaßen möchte, dass dies der eigentliche, subtile Witz ist. Der ganze Film -eine einzige Redundanz seiner selbst? Wer den ersten Teil lustig fand, wird sich sicherlich auch hier amüsieren. Billiger wäre es jedoch, man würde sich den ersten Teil in einer Videothek ausleihen. Auf VHS. Womöglich in einem grell gemusterten Wollpullover. Und selbst ein wenig 90er spielen.

Ab Fr in den Kinos (OF im Artis)


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