Gelesen Bücher, kurz besprochen

Ostmark, Nazis und der Sport

Politik | Johann Skocek | aus FALTER 46/14 vom 12.11.2014

Matthias Marschik gehört zu der kleinen, hoch engagierten Gruppe von Historikern und Kulturwissenschaftern, die sich die Erforschung des Massenphänomens Fußball in Wien und Österreich zur Aufgabe gemacht haben. Bücher wie "Sternstunden der österreichischen Nationalmannschaft","Vom Nutzen der Unterhaltung - der Wiener Fußball in der NS-Zeit" und "Vom Herrenspiel zum Männersport" haben die Grundlage aller heutigen Fußballdiskurse gelegt.

Nun bringt Marschik einen Interviewband auf den Markt, der Gespräche mit Sportlern und Funktionären zu den Themen Ostmark, NS-Regime und Wiederaufbau nach dem Kriegsende 1945 vereint. Prominente wie Alfred Kärner, Josef Argauer, Karl "Vogerl" Geyer, Resi Hammerer und Erika Mahringer-Spieß schildern neben anderen, der Öffentlichkeit eher Unbekannten, ihre Erinnerungen. Ein wunderbares, kurzweiliges, spannendes Zeugnis der hierzulande und besonders in der Sportszene sträflich vernachlässigten Erkenntnis, dass Oral History zum Verständnis der österreichischen Zeitgeschichte unersetzlich ist.

Matthias Marschik: Frei spielen. Lit Verlag, 464 S., € 41,10


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