Pink Floyd: Beim Ausschussware-Aufbereiten entstand die ödeste Platte aller Zeiten

Feuilleton | Musikkritik: Gerhard Stöger | aus FALTER 46/14 vom 12.11.2014

Pink Floyd sind eine der erfolgreichsten Bands der Popgeschichte. Sie zählt auch zu den innovativsten, zu den einflussreichsten - und zu den tragischsten.

Der Tragödie erster Teil trägt den Titel "Syd Barrett". So hieß der ursprüngliche Kreativchef der 1965 in London gegründeten Band, die wie keine zweite Drogennebel und Kunstambition, Rockabenteuer und Jazz, Experimentierfreude und Massenappeal einen sollte. Barrett stand ihr als Sänger und Gitarrist vor, nur begann das Genie-und-Wahnsinns-Pendel allzu schnell einseitig auszuschlagen. Und so war er 1968 nach nur zwei Alben schon wieder Ex-Mitglied der Band, die ihm später in einem ihrer rührendsten Lieder "Shine on you crazy diamond" zurufen sollte.

Dann wäre da Roger Waters oder: der Tragödie zweiter Teil. Als konzeptueller Kopf und Textchef mutierte der neue Kreativdirektor irgendwann zum Diktator mit den Fachgebieten Bombast und Größenwahn; durch seinen Ausstieg wollte er die Geschichte der Band Mitte der Achtziger beenden.


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