Beisl Der steirische Gourmet

Noch ein Tellerchen gefällig?

Steiermark | Restaurantkritk: Günter Eichberger | aus FALTER 47/14 vom 19.11.2014

Gerüchte besagen, dass Michael Wankerl einen eigenwilligen Kochstil pflegt. Der Nürnberger experimentiert mit Aromen und Ingredienzien und paart das vermeintlich Unvereinbare miteinander, etwa Koriander mit Litschi. Ist er ein Zotter der Kochkunst? Davon können wir uns in der "Gerüchteküche", seinem ersten eigenen Lokal, überzeugen. Es ist das ehemalige "Capperi!" in der Schmiedgasse, das für ein kurzes, glückloses Intermezzo "Bene Vento" hieß.

Die Speisekarte ist klein wie das Lokal. Die Lieferanten sind eigens angegeben. Das Senfblatt in der Suppemit beinahe rohen Karotten und speckig-rahmigem Gulaschsaft -stammt von den Schulschwestern. Puristisch und knackig geht es mit der Pastinaken-Vorspeise weiter, originell der zerbröselte Pumpernickel, in Koriander und Limetten mariniert. Auch beim perfekt gebratenen Saibling mit Käferbohnenpüree ist das Gemüse ungewohnt resch. Dazu gibt es tollen Bio-Muskateller von Muster.

Es wird nicht nach Gericht, sondern nach Tellern bezahlt. In arithmetisch absteigender Reihe. Der erste Teller (Vor-oder Hauptspeise) € 9,-, der zweite 8,50, der dritte und jeder weitere 7,50. Sonst könnten unverschämt starke Esser bis zum 18. Tellerchen weitermachen, das wäre dann gratis.

Resümee:

Wankerl zieht seine Linie sympathisch konsequent durch. Das Gerücht möge sich verbreiten!

Gerüchteküche,

Schmiedgasse 22, 8010 Graz, Tel. 0664/539 83 59, Mo-Fr 11-23 Uhr


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