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Die Glosse vom Falter

Falter & Meinung | aus FALTER 47/14 vom 19.11.2014

Der Brite Matt Taylor war einer der Helden der Raumfahrtmission "Rosetta", die ein Forschungslabor zu dem Kometen Tschuri schickte (siehe auch S. 25). Dann aber trat er vor die Kamera, und vorbei war es mit dem Triumph. Der 40-jährige Physiker trug nämlich ein Hemd, das in der Welt der Twitteranten und Facebookies gar nicht gut ankam. Es war aus Satin und hatte Comiczeichnungen von Pin-ups drauf. Eine Woge der virtuell ventilierten Empörung brach über Taylor herein. Der "Sexist!" entschuldigte sich unter Tränen bei all jenen Frauen, die er durch sein Outfit verletzt habe.

Dabei hatte der Trip in die Milchstraße symbolpolitisch einen guten Lauf. Im Wort Rosetta verbirgt sich die Rosette, der Fetisch der Postphallokratie, in der die demokratische Potenz des Anus regiert. Eindeutig auch der Name des Kometen, auf dem ein Teil Rosettas schließlich landete. Tschuri bedeutet im Wienerischen Sperma.

Die Botschaft des interstellaren Schokostichs ist unmissverständlich. Der Urknall war queer.


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