Im Fußballkolonialismus sind Talente auch nur Güter

Der Soziologe Martin Kainz erklärt in einem lesenswerten Buch, warum die Fußballschule Red Bull Soccer Academy in Ghana scheiterte

Politik | Rezension: Johann Skocek | aus FALTER 47/14 vom 19.11.2014

kaufte der Energy-Drink-Konzern Red Bull die Lizenz des verschuldeten Fußballvereins Austria Salzburg, zwei Jahre später übernahm er die Soccer School of Lavanttal im Südosten Ghanas. Die Fußballakademie hatte denselben Zweck wie alle vergleichbaren Einrichtungen: die Sichtung und schulische sowie fußballerische Ausbildung von einheimischen Talenten. Das Geschäftsmodell ist simpel. Sobald die Buben die Profireife erreichen, werden sie mit Gewinn in den europäischen Kicker-Markt verkauft. In Afrika und Brasilien wollte man Talente auftreiben, in New York, Salzburg und Leipzig sollten sie spielen und die Bekanntheit und Beliebtheit der Marke steigern. Würden die Aufgebauten um viel Geld von einem großen Verein gekauft werden - umso besser.

Die Umsetzung des Konzepts scheiterte an der Wirklichkeit, 2013 wurde die Red Bull Soccer Academy geschlossen. Der Salzburger Soziologe Martin Kainz legt nun in einem ausgezeichneten Buch die fußballkolonialistischen Bestrebungen dar. Der Konzern


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