Buch der Stunde

Wer "Humor" sagt, könnte "Sex" meinen

Feuilleton | Andreas Kremla | aus FALTER 47/14 vom 19.11.2014

Humor soll er haben. Das wünschen sich die meisten, die per Onlineprofil oder Inserat einen Partner suchen. Dabei meinen sie möglicherweise etwas ganz anderes. Denn Menschen lachen in den meisten Fällen "nicht als Reaktion auf Witze, Geschichten oder ähnlich strukturierte Versuche, Humor zu erzeugen", sondern aus beziehungstechnischen Gründen oder wegen sexueller Anziehungskraft.

Der Psychologe und Neurologe Robert R. Provine, der sich Alltagsphänomene als Forschungsfeld erwählt hat, plädiert für die "kleine Wissenschaft" ohne teure Instrumente oder stolze Forschungsbudgets. Denn für die Beobachtung von Niesen, Gähnen und Schluckauf oder auch von Partnersuchenden reichen oft systematische Notizen mit Papier und Bleistift. Noch einen Vorteil bietet sein Interessengebiet: Es bleibt von den Kollegen unbeachtet. Tatsächlich ist der US-Professor der einzige Humanwissenschaftler, der sich auf merkwürdige Verhaltensweisen spezialisiert hat.

Seine Beschäftigung mit den Mikro-Anomalien


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