DER AUFSTAND DER VORARLBERGER

Vor 50 Jahren sprach ganz Österreich über die Fußach-Affäre. Die Taufe eines Bodensee-Schiffes auf "Karl Renner" geriet zum Politskandal. Damals wie heute gilt: Föderalismus und Medienmacht dominieren das Land

Politik | Rückblick: Peter Melichar | aus FALTER 47/14 vom 19.11.2014

Für den 21. November 1964 waren der Stapellauf und die Schiffstaufe eines neuen Bodenseeschiffes in Fußach geplant. Verkehrsminister Otto Probst (SPÖ) sollte es auf den Namen "Karl Renner" taufen.

Doch aus dem Festakt wurde nichts, was passierte, hielt die Polizei in einem Bericht später folgendermaßen fest: "Die Menge stellte sich, wie es den Eindruck machte, geschlossen gegen die Gendarmerie. Meine Ermahnung, Ruhe und Vernunft zu bewahren, wurde mit Pfuirufen und anderen feindseligen Äußerungen beantwortet. Es wurden Knallkörper verschiedener Stärke zur Explosion gebracht, und gleich darauf begann ein ohrenbetäubendes Geschrei, und die Volksmenge begann buchstäblich zu toben. Es wurden eine Unmenge Tomaten, aber auch Steine, Sand, Dreck aller Art und harte Gegenstände, wie Holzstücke und anderes mehr, geworfen."

Der Minister konnte auf den verstopften Straßen nicht einmal anreisen, der Versuch, das Werftgelände in Fußach mit einem Motorboot zu erreichen, wurde auf Anraten


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