Ich nehme meinen Hut. 40 Jahre Wappler sind genug!

Roland Neuwirth hat das Wienerlied revolutioniert. Hier kündigt er seinen Abschied von der Bühne an

Feuilleton | Schwanengesang: Armin Thurnher | aus FALTER 47/14 vom 19.11.2014

Swing, Groove, Funk oder einfach Gefühl - hat Musik dieses Extra nicht, ist sie keine. Roland Neuwirth hatte als junger Jazzer vor über 40 Jahren im "damals noch lebendigen" Jazzland eine Erleuchtung. "Das Lokal war voll, aber meine Texte waren leer." Mitten auf der Bühne schoss ihm schmerzlich ein, seinem Blues fehlte dieses Extra. "Die Leute klatschten auf eins und drei statt auf zwei und vier. Amerikanisierte Heurigenzombies im falschen Lokal." Den Text verstanden sie auch nicht. Aber Neuwirth wollte doch etwas sagen!

Er suchte und fand sein Extra im Wienerlied. Neuwirths Vater, Gelegenheitsarbeiter und Künstler, war am Ende Chefrestaurator in der Wagenburg in Schloss Schönbrunn. "In diesen weiten, dunklen Hallen, in denen die verstaubten Kutschen und die lebensgroßen Lipizzaner aus Papiermaché standen", trieb sich der kleine Neuwirth herum. Von seinem Vater lernte er das Gefühl für Echtes und auch, was den Groove erst Wienerisch macht, den Schmäh. Der Vater sang Wienerlieder


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