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Pressekolumne

Medien | BARBARA TÓTH | aus FALTER 47/14 vom 19.11.2014

Wann in Wien tatsächlich gewählt wird, weiß wohl nur Bürgermeister Michael Häupl selbst, aber die Wochenendausgaben von Kurier, Krone und Österreich überbieten sich schon mal mit Umfragen-Spekulationsjournalismus.

Dafür braucht man: eine (am besten exklusive, also im eigenen Auftrag erstellte) Umfrage, deren Details (Wie viele Personen wurden befragt? Wie groß ist die Schwankungsbreite?) man lieber nicht preisgibt; dafür macht man aber eine umso fettere Schlagzeile dazu. "Rot &Grün legen zu", schrieb Österreich. "Grün & Schwarz kämpfen um Platz drei", weiß der Kurier. "Häupl baut Vorsprung aus", glaubt die Krone. Einzig der Kurier gibt sein Sample (2000 von GfK Befragte) bekannt, als einziges gibt das Blatt mit Raiffeisen-Beteiligung der Wiener ÖVP aber auch eine Chance auf Platz drei im Wettkampf mit den Grünen. Was lernen wir daraus? Umfragen in Wahlkampfzeiten sagen mehr über das Medium als die Parteien aus.


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