Pop Tipp Festival

Das Festival Blue Bird wird zehn Jahre alt

Lexikon | GS | aus FALTER 47/14 vom 19.11.2014

Schuld ist Nick Drake, der tragische britische Singer/Songwriter, der erst posthum entdeckt und wertgeschätzt wurde. Seinen 30. Todestag würdigte eine Handvoll Wiener Musikenthusiasten um den ORF-TV-Popmenschen Klaus Totzler und die FM4-Mitarbeiterin Jenny Blochberger im November 2004 mit einem üppigen Tribute-Konzertabend im Porgy & Bess. Daraus ging die Vienna Songwriting Association hervor, ein Verein, der sich der Förderung von Aktivitäten im Songwriter-Bereich verschrieben hat. Den jährlichen Höhepunkt der Vereinstätigkeit bildet das dreitägige Festival Blue Bird.

In seiner zehnten Auflage steht es von 20. bis 22.11. vor der Herausforderung, an den letztjährigen Soloauftritt der US-Sängerin Amanda Palmer anzuschließen. Palmer hatte rund zweieinhalb Stunden gespielt, als Zugabe alle anderen Musikerinnen und Musiker des Abends auf die Bühne geholt, um via Coverversion den verstorbenen Lou Reed zu ehren, und nach kurzer Verschnaufpause stand sie auch noch zum CD-Signieren, Schmähführen und Fans-Umarmen beim Merchandisestand, bis endgültig alle glücklich waren.

Würde Geld keine Rolle spielen, fänden sich unter anderem Cat Power, PJ Harvey, Joanna Newsom, Björk und Damon Albarn im Programm der Jubiläums-Ausgabe, das aber auch ohne ganz große und überraschende Namen ansprechend ausgefallen ist. Der eigenwillige Glamboy Patrick Wolf eröffnet das Festival; am Freitag spielen unter anderem die britischen Folkrocker Dry The River und der bolivianische Wahlberliner David Lemaitre, der Folk mit Elektronik verbindet. Den Festivalsschlusspunkt setzen am Samstag etwa John Bramwell von der Band I Am Kloot, die auf Minimalismus setzende Newcomerin Soak und die Folkpopband Phox, die gerne auch üppigere Arrangements verwendet.

Porgy & Bess, 20. bis 22.11., 20.00


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