Pinker Wahlkampf: die zähe Vorarbeit im alten Zahnlabor

Politik | aus FALTER 47/14 vom 19.11.2014

Das Erdgeschoßlokal im Wiener Neubauhof im siebten Bezirk. Vor acht Monaten lagen hier in abgewohnten Zimmern noch Zahnprothesen auf verstaubten Tischen. Nun sind die Gebisse weg, die Wände eingerissen. Aus dem alten Zahnlabor ist das lichtdurchflutete NeosLab entstanden, die pinke Parteiakademie.

Im neu geschaffenen Großraumlokal wuseln an diesem Freitag zig Leute umher; Bandbreite: junger Hipster bis gealterter Yuppie. Der Ausbildungsleiter Paul Angeli begrüßt sie zum so genannten "Stadtlabor", einem Vernetzungstreffen für ehrenamtliche Mitarbeiter. Er hat sich dafür extra einen weißen Doktorkittel übergezogen. It's showtime!

In den vergangenen Monaten hat das NeosLab Bürger ermuntert, Ideen in die Politik zu tragen. Man will offener und demokratischer als herkömmliche Parteiakademien sein. Das Lab stellte den Teilnehmern Infrastruktur und Know-how zur Verfügung und spannte sie österreichweit zu rund 100 Themengruppen zusammen. Wozu das Ganze? "Unsere Aufgabe ist es, das Neos-Programm zu entwickeln", sagt Angeli.

15 Themengruppen beschäftigten sich allein mit Wien, ihre Ideen sind das potenzielle Futter für den pinken Wien-Wahlkampf, der derzeit langsam anläuft. Man ist stolz darauf, auf diese Weise zu seinen Themen zu finden. Die Themengruppe "Wirtschaft" will etwa die "Ladenöffnungszeiten liberalisieren", die Themengruppe "Kinder" fordert die "Einbeziehung der Kinder in der Planung von Stadtprojekten". Man findet die Forderung nach "Schuldenbremsen" ebenso wie jene nach "neuen Gemeindebauten". Und geht es nach der Gruppe "Integration", soll es künftig als "Zeichen einer neuen Willkommenskultur" eine zentrale Betreuungsstelle für Migranten geben.

Welche Ideen sich tatsächlich durchsetzen, entscheiden die Neos-Mitglieder Mitte Dezember, wenn sie die Positionspapiere beschließen.


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