Nüchtern betrachtet

Wie ein Kaninchen auf einer Überdosis Koffein


Klaus Nüchtern
Feuilleton | aus FALTER 47/14 vom 19.11.2014

Eines der erschütterndsten, traurigsten, immer wieder aber auch lustigsten Bücher der letzten Jahre trägt den schönen Titel "Arbeit und Struktur". Das ist die Neonschrift, die über meinem Leben flackert. Früge mich jemand, wie's mir ginge, ich zischerte "Arbeit und Struktur!" zwischen meinen Zähnen hervor. Arbeit ist super, braucht aber Struktur. Struktur gibt's nicht als Gratisdownload, Struktur ist striktes Do-it-yourself-Biz. Und Struktur ist schwierig, wenn man bis zwei Uhr mittags in wohligwarmen laotischen Riesenpuschen und zusehends zerschlissenem Chalat in der Wohnung rumschlurft.

"Ich bin nicht der Welt strukturiertester Typ", sang einst Ray Davies in einem seiner berühmtesten Songs - und: "Wir tranken Schampus und durchtanzten die Nacht." Schampus-Trinken-und-die-Nacht-Durchtanzen kann eine sehr solide Basis sein, wenn man mit vier Stunden Schlaf auskommt und sich für 10.27 Uhr den Wecker stellt. 10.27 Uhr ist eine tadellose Aufstehzeit: Assam aufbrüh'n, Puschen lüften,

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