Musiktheater Kritik

Posen in Aufzügen und Versenkungen

Lexikon | HR | aus FALTER 47/14 vom 19.11.2014

Man denkt mit Wehmut an die Abbado-Aufführungen von Mussorgskis "Chowanschtschina" in der Regie Alfred Kirchners, wenn sich in Lev Dodins Inszenierung immer wieder ein Ruinen-Holzgerüst auftürmt, um Chormassen und maßgebliche Solisten je nach Machtfülle übereinander in "typischen" Posen zu präsentieren. Die musikalisch souverän von Semyon Bychkov geleitete Aufführung wäre konzertant besser und billiger gekommen. Es geht um Intrigen, um Fürst Chowanski (gut: Ferrucio Furlanetto) mit seinen Soldaten und die von Dossifei (Ain Anger) geführte Sekte der "Altgläubigen", die am Ende den kollektiven Feuertod wählt. Weiter auf der Strecke bleiben ein liberaler Fürst, die gläubige Marfa und das russische Volk. In der Rolle des Schreibers agiert Norbert Ernst sehr gut.

Staatsoper, Fr, Mo, Do 18.30


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