Der junge Turrini und die "Munsters" von Maria Saal: ein Bühnen-Comic

Feuilleton | Theaterkritik: Wolfgang Kralicek | aus FALTER 47/14 vom 19.11.2014

Der Kärntner Komponist Gerhard Lampersberg (1928-2002) wäre heute nur noch in Fachkreisen bekannt, hätte er in den 50er-und 60er-Jahren nicht tiefen Eindruck auf zwei junge Dichter gemacht.

Damals betrieben Lampersberg und seine Frau, die Sängerin Maja, in Maria Saal eine Art Künstler-Sommerresidenz, in der die Avantgarde ein und aus ging. Einer der Sommergäste war Thomas Bernhard, der die Lampersbergs in seinem Roman "Holzfällen"(1984) so verhöhnte, dass das Buch wegen Ehrenbeleidigung beschlagnahmt wurde. Ein anderer war der damals noch sehr junge Peter Turrini, der die Gesellschaft in seinem Stück "Bei Einbruch der Dunkelheit"(2006) auch nicht viel schmeichelhafter porträtierte.

Lampersberg heißt hier Philippe und ist eine peinliche Figur. Wenn er sich nicht gerade volllaufen lässt oder der männlichen Landjugend nachstellt, posiert er in einem Sarg oder schmettert "Marmor, Stein und Eisen bricht". Seine frustrierte Frau wiederum lädt sich die jungen Künstler offenbar auch


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