Kunst Vernissage

Fluchtwege in eine bessere Gesellschaft

Lexikon | NS | aus FALTER 47/14 vom 19.11.2014

Was tun? So nennt sich übersetzt die russische Künstlergruppe Chto Delat, die nun in die Secession kommt. Das Kollektiv wurde 2003 als Antwort auf das Bedürfnis gegründet, die Sphären von politischer Theorie, Kunst und Aktivismus nicht mehr isoliert zu betrachten. Als Plattform für Kunst, Literatur, Soziologie, Musik oder Theater reagiert Chto Delat mit seiner aktuellen Ausstellung auf die gegenwärtige politisch Situation in Russland und in der Ukraine. In der Schau "Time Capsule. Artistic Report on Catastrophes and Utopia" wird ein einstündiger Film als Vier-Kanal-Videoinstallation gezeigt, der die eigene Hilf-und Ratlosigkeit reflektieren soll. Der Film "The Excluded" ist in zwölf Kapitel aufgeteilt und greift historische Ereignisse wie die Okkupation Leningrads ebenso auf wie den Abschuss eine Linienflugzeugs über der Ukraine letzten Sommer. Auch wird die Bedeutung der sozialen Medien für politische Protestbewegungen thematisiert und die Frage, wie sich junge Menschen zu aktiven Mitgliedern der Zivilgesellschaft entwickeln können.

Die 1971 geborene Künstlerin Renata Lucas schafft Installationen, die die Gegenseitigkeit von Mensch und gebauter Umwelt untersuchen. Dabei geht Lucas stets auf den jeweiligen Ort ein, wenn sie etwa auf einer Straßenkreuzung Sperrholzplatten verlegt und so für eine Hörerlebnis sorgt. Im Keller der Secession interessiert sich Lucas für die Fluchtwege, die sie mithilfe eines Handlaufs zusammenführen wird. Außerdem präsentiert die Secession Peter Bartoš, einen frühen slowakischen Konzept -und Aktionskünstler, der seine Inspirationen aus der Natur schöpft und in seinen Performances mehrfach mit lebenden Tieren gearbeitet hat. Bartos wird sein Werk unter dem Titel "Situations 1945-2014" in Form von Fotokopien aufbereiten.

Secession, Do (20.11.) 19.00; bis 25.1.


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