Urbanes Betragen

Benimmfibel für Großstadtmenschen (191)

Stadtleben | aus FALTER 47/14 vom 19.11.2014

Frau N. ist häufig langweilig. Sie fragt: "Darf man aus Fadesse am Fenster sitzen und die Nachbarn beobachten?"

Werte Frau N., Sie kennen doch sicher den Hitchcock-Klassiker "Das Fenster zum Hof"? Ihre detektivischen Ambitionen in allen Ehren, jedoch ist die Wahrscheinlichkeit, ein Kapitalverbrechen aufzudecken, relativ gering, jene, selbst des Stalkings überführt zu werden, aber ungleich größer . Zwar kann Ihnen das Observieren des öffentlichen Raumes niemand nehmen, das Beobachten von Nachbarn in deren Wohnungen ist aber eindeutig ein Eindringen in deren Privatsphäre und ist, sobald es den Nachbarn das Gefühl des dauernden Beobachtetseins vermittelt, schlichtweg verboten. Wir raten Ihnen also, sich nach anderen Hobbys umzusehen: Wie wäre es denn etwa mit Ornithologie? Dabei könnten Sie Ihre scharfe Beobachtungsgabe ausleben, ohne es sich mit Ihren Nachbarn zu verscherzen.

Noch Fragen? stadtleben@falter.at


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige