Die Gmachls und die Mirkovics

Zwei Familien in Österreich. Beide arbeiten hart. Trotzdem kann nur eine der beiden sparen und vererben. Warum? Eine Geschichte über Chancen

Politik | Bericht: Judith E. Innerhofer, Kurt Langbein | aus FALTER 47/14 vom 19.11.2014


Konnten sich über viele Generationen ein stattliches Familienunternehmen aufbauen: die Gmachls (Foto: Büro Langbein)

Konnten sich über viele Generationen ein stattliches Familienunternehmen aufbauen: die Gmachls (Foto: Büro Langbein)

Ganz gerecht wird es wohl nie werden. Aber es ist heute schon wesentlich gerechter als früher“, sagt Friedrich Gmachl, Seniorchef eines stattlichen Familienunternehmens im Salzburger Elixhausen, und denkt dabei an die Knechte und Mägde, die einst im Alter ohne jede Versorgung gezwungen waren, nachts von Hof zu Hof um Unterschlupf anzuklopfen. Heute sei es auch nicht mehr so entscheidend, wie viel jemand verdiene. „Du kannst noch so viel verdienen, wenn du es ausgibst, dann hast du nichts. Aber wenn die Leute sparen können, dann bringen sie was zusammen.“

„Sparen“, sagt Amela Mirkovic, „hat leider nichts gebracht.“ Etwa damals, als die alleinerziehende Wienerin mit 5.500 Schilling Karenzgeld vier Personen durchbringen musste. Trotz Studium hat die Tochter eines Gastarbeiterpaares den finanziellen Aufstieg nicht geschafft. Und das habe auch etwas mit dem System zu tun: „Warum zahlen wir den Menschen, denen wir unser Geld anvertrauen, viel mehr als jenen, denen wir unsere Kinder anvertrauen? Das zeigt doch schon, wie man bei uns Vermögen machen kann.“


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